Mit Michael Singraber geht in Kaumberg eine Institution in die Polit-Pension. 33 Jahre lang war er im Gemeindedienst, 24 davon Bürgermeister. Mit 28. Februar 2017 wird er sich aus beidem zurückziehen. Was der 62-Jährige in diesen 24 Jahren erreicht hat, passt wahrscheinlich gar nicht auf eine Liste. Daher hier nur kurz die Highlights: Die niederösterreichische 1.000-Einwohner-Gemeinde wurde an die Erdgasversorgung angeschlossen, es wurde eine Post- und Erdverkabelung gelegt, die Kanalversorgung weiter ausgebaut, der Marktplatz erweitert, neue Radwege geschaffen, das Musikheim und das Feuerwehrhaus ausgebaut und neue Siedlungen genehmigt.

Und das unter schwierigsten Voraussetzungen, wie Singraber heute weiß: "Wir haben nicht viele Betriebe im Gemeindegebiet, dementsprechend schwach sind wir finanziell aufgestellt. Dass wir trotzdem so viele Projekte umsetzen konnten, ist auch dem Engagement der Bevölkerung zu verdanken. Wir haben eine hervorragende Vereinslandschaft." 

Singrabers Tag muss mehr als 24 Stunden haben...

Schon eine Tätigkeit reicht bei manchen aus, um tagesfüllend ausgelastet zu sein. Singraber hat aber 24 Jahre den Job als Bürgermeister, Gemeindemitarbeiter und Bäcker nicht nur unter einen Hut gebracht, sondern auch noch mit vollen Einsatz ausgeführt. Singrabers Tag beginnt schon kurz nach Mitternacht. Bis sechs Uhr morgens werden in der Backstube wahre Kunstwerke aus dem Teig erschaffen. Nach einer kurzen Ruhepause am Morgen nimmt er seine Amtsgeschäfte als Gemeindebediensteter und Bürgermeister wahr. Der Nachmittag besteht aus einem Wechsel von betrieblichen und öffentlichen Verpflichtungen, die oft bis spät in den Abend dauern.

"Mein Leben war die Bäckerei und die Gemeinde. Mein Vater war leidenschaftlicher Bäcker - er ist sogar in der Bäckerei gestorben - und meine Mutter war Gemeindesekretärin", so Singraber.

 

 

Letzte Amtshandlung: Geburtstagsgratulation beim ältesten Gemeindebürger

Am 16. Februar 2017 wird Singraber seinen 62. Geburtstag feiern. Kurz danach am 28. Februar 2017 wird er sein Amt übergeben. Seine letzte Amtshandlung wird etwas Besonderes: "Ich werde unserem ältesten Gemeindebürger zum 95. Geburtstag gratulieren. Das ist ein würdiger Abschluss meiner politischen Karriere."

Dabei war das Bürgermeisteramt nie sein Wunschtraum: "Ich bin eher durch Zufall Bürgermeister geworden. Es waren politisch schwierige Zeiten, in denen die Parteien in der Gemeinde sehr zerstritten waren. Eigentlich war mein Weg, Amtsleiter und Bäcker zu sein, aber ich habe mich der Verantwortung gestellt." Seine Prämisse, dass man die Diskussion zu den politischen Mitbewerbern nie abreißen lässt, möchte Singraber auch seinem Nachfolger mit auf den Weg geben. "Man

muss immer miteinander reden können", betont Singraber.

 

Kommunikation nie abreißen lassen

Diese Prämisse hat er immer gelebt. Besonders deutlich wurde ihm das, als er von den Kaumbergern anlässlich seines 20. Jubiläums als Bürgermeister mit einer Feier überrascht wurde. "Da habe ich erst gesehen, welch weitreichendes Netzwerk ich mir in all den Jahren aufgebaut habe", erinnert er sich mit Freude. Dabei waren die 24 Jahre alles andere als einfach: "Die schwierigsten Zeiten waren sicher die fünf Hochwasser, die wir seit 1991 im Gemeindegebiet hatten. Besonders schlimm war es 2014. Da hatten wir in einigen Ortsteilen große Schäden durch das Hochwasser Anfang April. Mit großer Anstrengung haben wir alle Straßen und Güterwege saniert, die dann beim zweiten Hochwasser im August alle wieder überschwemmt wurden. Im Nachhinein frage ich mich selbst, wie wir das ein zweites Mal wieder alles hergerichtet haben."

 

Wie er die freie Zeit ab März verbringen möchte, verrät Singraber noch nicht, aber er blickt mit einem lachenden Auge zurück: "Ich bin dankbar für das faire Miteinander aller Dienststellen und Institutionen und die großartige Unterstützung von vielen Kaumbergern. Ich freue mich darüber, was wir gemeinsam alles umsetzen konnten."

 

Für das neue Team wünsche ich alles Gute für die Zukunft.

Ihr Singraber Michael

 

 

 

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